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Was Autoren wirklich brauchen: Katzen, Hunde & tierische Gesprächspartner

Nachdem ich eben dem Beruf des Schriftstellers zu Leibe gerückt und am Ende doch wieder der Magie der Worte verfallen bin, ist nun meine Katze erwacht. Sie hat wohl gespürt, dass ich mich negativ über ihr winterliches Toilettenverhalten (im Sommer geht Madame draußen, doch im Winter bevorzugt sich das Katzenklo – und wenn ihr dieses entzogen wird, auch gerne mal das Bett) geäußert habe und straft mich nun mit dem „Frühstücksblick“. Ich antworte mit dem „Es ist noch viel zu früh“-Blick und merke wie wichtig tierische Mitarbeiter für Autoren sind.

Carpe Noctem – Schreiben bei Nacht II

Autoren arbeiten in der Regel allein und die meisten Schreibenden wären über menschliche Gesellschaft während des Schreibprozesses not amused. Einige benötigen Stille, andere schwören auf leise Musik im Hintergrund, doch kaum jemand wünscht sich in ein Großraumbüro mit einen Dutzend Mitarbeiter. Mancherorts sind Telefone tabu, werden Klingeln abgestellt und sogar Internetleitungen gekappt.

Doch worüber ich noch nie Klagen von Kolleginnen und Kollegen gehört habe, sind Haustiere, allen voran Hunde und Katzen. Dies hat auch einen guten Grund: Haustiere sind die idealen Gesprächspartner für kreativ verstörte Schreiberlinge. Sie hören geduldig zu, unterbrechen den Denkprozess der Wortjongleure nicht mit unsinnigen Fragen und lachen auch nicht über schlechte Textstellen.

Autoren ohne Haustiere sollten die Anschaffung eines lieben Stubentigers allein schon aus paartherapeutischen Gründen in Erwägung ziehen. Manchmal ist die Sprache der Schreibenden ähnlich schwer zu entschlüsseln, wie die der Tiere, und dann ist es der menschlichen Partnerschaft zuträglich, wenn die Katze die Rohfassung des neusten Plots über sich ergehen lassen muss und nicht Freund oder Freundin.

Schlaflos in NRW II

Und wieso ich dies alles schreibe? Weil es mittlerweile kurz vor vier in der Nacht ist und ich immer noch nicht schlafen kann. Dann erzähl das doch deiner Katze, mag sich manch einer nun denken, doch diese liegt längst wieder schlafend auf der Heizung. Aber in den wichtigen Momenten, da ist sie da. 😉