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Über das Schreiben – Autorenratgeber, Webseiten, Foren & Tipps

Wie schreibt man einen guten Roman, was sollte man beim Verfassen eines Manuskripts beachten und wie bekommt man Ordnung in die Großbaustelle Buch? Mit diesen und anderen Fragen schlagen sich Autoren seit einer gefühlten Ewigkeit herum und in Zeiten von Internet und Online-Shops bekommen sie auch zahllose Antworten und Hilfestellungen geliefert.

Über das Schreiben wurden mittlerweile dutzende Ratgeber in Buchform veröffentlicht und hunderte Internetseiten beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Thema. Einige machen dies so gut, dass ich mich hier nicht auch noch über die Thematik auslassen möchte, sondern Euch nur jene Angebote vorstellen möchte, die mein Schreiben nachhaltig geprägt haben.

Inhalt:
Autorenratgeber in Buchform
– Sol Stein – Über das Schreiben
Webseiten und Internet-Foren
– literaturcafe.de
– Tempest Newsletter
– Montségur Autorenforum
Ratschläge von Autoren
– Andreas Eschbach

Autorenratgeber in Buchform

Als ich mit dem Schreiben anfing, habe ich mich im Internet umfassend informiert und bin immer wieder auf den Ratschlag gestoßen, einen Schreibratgeber zu kaufen, da Schreiben mehr ein Handwerk als eine Talentfrage sei. Das leuchtete mir ein und da ich durchaus empfänglich für gut gemeinte Tipps bin, kam es, dass ich bald meinen ersten Ratgeber auf dem Schreibtisch liegen hatte. Die Erleuchtung blieb aus und so folgte dem ersten Buch alsbald das zweite und dritte.

Mit jedem Ratgeber lernte ich wieder etwas dazu und profitierte von dem Wissen der meist amerikanischen Schriftsteller. Der Erkenntnisgewinn ging jedoch auch mit einer zunehmenden Verwirrung einher, da – wie bei Ratgebern üblich – sich die sogennanten Experten in vielen Punkten gern auch mal widersprachen.

Gerade mit etwas Abstand zum Lesen lautet mein persönlicher Rat im Bezug auf Schreibratgeber daher wie folgt: Kauft Euch maximal fünf Schreibratgeber, lest sie im normalen Lesetempo durch und entscheidet anschließend mit welchem Buch Ihr arbeiten wollt. Mit einem Buch wirklich zu arbeiten bringt meines Erachtens mehr als zwanzig Bücher zu lesen und hier und da mal eine Textstelle mit dem Bleistift anzustreichen.

Sol Stein – Über das Schreiben

Bei mir setzte sich das Buch „Sol Stein – Über das Schreiben“ gegen Konkurrenten wie „James N. Frey – Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und „Alexander Steele – creative writing“ durch. Das Buch ist schon etwas älter, was allein schon durch das Cover (Bild einer Schreibmaschine) deutlich wird, jedoch dank der Praxisorientierung zeitlos und auch heute noch sehr zu empfehlen. Für MICH ist dies einer der besten Ratgeber, allerdings werdet Ihr von mir nicht Formulierungen wie „das ist der beste Schreibratgeber, den es gibt“ hören. Wer solch vollmundige Behauptungen aufstellt, hat in meinen Augen wenig über das Schreiben verstanden.

Womit wir auch schon bei meinem zweiten Tipp wären: Die Kunst ist es nicht den Schreibratgeber zu finden, der am öftesten empfohlen wird, sondern den, der zu einem passt. Der Eine mag es eher theoretisch, der Andere praktisch. Autor A braucht einen strengen Schreiblehrer, während Autor B beim Freund und Seelentröster besser aufgehoben ist. Rezensionen hin oder her, am Ende sollte immer das individuelle Bauchgefühl entscheiden, denn die Zeit, die man mit „seinem Mentor“ verbringt kann mitunter sehr lange werden.

Webseiten und Internet-Foren

Braucht man in Zeiten des World Wide Webs überhaupt noch den Autorenratgeber in Buchform? Nun ja, die Antwort lautet wohl jein. Theoretisch sind alle Erkenntnisse, die man aus den für ein paar Euro erworbenen Büchern gewinnen kann, auch kostenlos im Netz zu finden. Allerdings dauert die Suche danach manchmal so lange, dass man unter Einbezug der Arbeitszeit mit einem Buch am Ende günstiger fährt.

Was ich oben über die Autorenratgeber in Buchform schrieb, lässt sich eins zu eins auf die Webseiten und Internet-Foren übertragen. Das Angebot ist so unüberschaubar, dass man sich auch gerne mal an der falschen Stelle verzetteln kann. Daher auch hier mein Tipp: Weniger ist mehr. Mit weniger als fünf Angeboten lässt sich das gesamte Specktrum der Literaturwelt abbilden. Wer aus Angst etwas zu verpassen in zehn verschiedenen Foren mitliest und diskutiert wird womöglich eine Spur klüger sein, als derjenige, der meinen Rat befolgt, allerdings wird diese Person im Umkehrschluss auch entweder auf ein Privatleben oder Zeit zum Schreiben verzichten müssen. Ein hoher Preis für ein paar Zusatzinfos.

literaturcafe.de

Die Webseite literaturcafe.de ist so etwas wie der Hauptbahnhof der Literatur. Von hier lassen sich Reisen in alle Genres und Himmelsrichtungen unternehmen. Vom literarischen Leben, über die Textkritik, bis hin zu den Terminen und Links. Insbesondere die Linkliste hält einige exotische Reiseziele bereit, die einen Klick wert sind.

The Tempest

Wenn das Literaturcafe der Hauptbahnhof der Literatur ist, darf der Tempest-Newsletter von autorenforum.de getrost als das Flugblatt mit den Reisehighlights bezeichnet werden. Einmal im Monat flattert es ins Haus und löst bei vielen Autoren wahre Freudenstürme aus. Rituale wie Kaffee kochen und sich gemütlich mit dem Tablet in den Schaukelstuhl fallen lassen begleiten das Leseritual, das meist viel zu früh ein Ende findet. Ich spreche wohl im Namen vieler Autoren, wenn ich sage, dass mir der Tempest-Newsletter schon aus so manchem Schreibloch herausgeholfen hat.

Montségur Autorenforum

Wir kennen nun den Hauptbahnhof der Literatur und das Flugblatt mit den Reisehighlights – fehlt also nur noch der Reiseführer und dieser ist im Bezug auf das Schreiben das Montségur Autorenforum. Das Forum versteht sich als professionelles Diskussionsplattform für Schriftsteller und geizt nicht mit Wissen und Fakten. Einziges Manko für unveröffentlichte Autoren: sie dürfen aufgrund einer Zugangsbeschränkung nicht mitdiskutieren und bekommen auf Dauer schon mal einen leichten seelischen Knacks. Da man nur Beiträge von vermeintlich erfolgreichen Autoren liest, kommt man sich irgendwann vor wie ein Hobbyfußballer beim Probetraining von Bayern München. Die Informationen, die man aus jeder Trainingseinheit mitnimmt, bleiben jedoch unbezahlbar, selbst wenn es am Ende für den Sprung in den Profikader nicht reichen sollte.

Mir reichen diese drei Seiten für den Beginn meiner Reise durch die Welt der Literatur völlig aus, was natürlich nicht heißt, dass es nicht noch etliche andere Angebote gibt, die ähnlich viel Freude, Wissen und Erkenntnisse vermitteln.

Ratschläge von Autoren

Mittlerwele gehört es zum guten Ton, dass immer mehr professionelle Schriftsteller in Interviews oder auf ihren Webseiten den interessierten Lesern Informationen über ihren Beruf und das Mysterium „Schreiben“ zukommen lassen.

Andreas Eschbach

Einer der Väter dieser Tradition und Vorreiter in Sachen Autorenhomepage ist der deutsche Bestseller-Autor Andreas Eschbach, der einen qualitativ hochwertigen Online-Autorenratgeber auf seiner Webseite präsentiert und das völlig kostenfrei. Vom Umfang her können seine Ausführungen nicht mit einem gedruckten Buch konkurrieren und sind teileise auch schon etwas angestaubt, doch dafür haben sie einen anderen unschlagbaren Vorteil: sie beschreiben Prozesse und Geflogenheiten im deutschen Literaturbetrieb und dies sind Dinge, die man von Sol Stein und anderen amerikanischen Größen verständlicherweise nur schwer erwarten kann.

Fazit

Wer diesen Artikel als Ausgangspunkt für seine Reise durch die Welt der Literatur nutzt, wird womöglich nicht alles entdecken, was sich in Autorenköpfen, Ebooks und Büchern an Geheimnissen versteckt, doch dümmer wird man in jedem Fall auch nicht. Versprochen! In diesem Sinne: frohes Schreiben Euch allen.