Ebook Artikel

Neue Literaturagentur Hille und Jung – Fullservice auch bei Ebooks

André Hille und Gesa Jung

André Hille und Gesa Jung gründeten 2012 die Literaturagentur Hille & Jung (Foto: Hille & Jung)

Eine neue Literatur- und Medienagentur erblickt das Licht der Welt. Mit Hille & Jung werfen die Lektoren Gesa Jung und André Hille ihre Erfahrungen und Kompetenzen zusammen und präsentieren eine Fullservice-Agentur für Autorinnen und Autoren. Auch der Bereich weltweiter E-Book-Vertrieb zählt neben Strategieberatung, Verlagsansprache und rechtlicher Beratung zum Leistungsspektrum der in Leipzig gegründeten Agentur.

Neue Agentur, neue Chancen?

Wer nun denkt, es sei leicht, bei der neu gegründeten Agentur vorzusprechen und einen Vertrag zu ergattern, den muss ich leider enttäuschen. Hille & Jung (→) verfügt nicht nur bereits über einen festen Stamm an Autorinnen und Autoren, sondern sitzt auch in Sachen Nachwuchs und Talente direkt an der Quelle. Die 2009 von André Hille gegründete Autorenschule Textmanufaktur hat sich über die Jahre zu einer der besten Adressen entwickelt und zieht jedes Jahr hunderte ambitionierte Schreiberlinge an.

Es verwundert daher nicht, dass Hille & Jung auf ihrer Webseite verkünden, dass die Kontaktaufnahme mit neuen Autorinnen und Autoren im Regelfall von ihnen ausgehen wird. Mit der Autorenschule Textmanufaktur haben sie ihr hauseigene Talentschmiede und sind im Prinzip auf die tausenden Einsendungen, mit denen Literaturagenturen gewöhnlich zugeschüttet werden, nicht angewiesen.

Die Tür ist ein Spalt offen

Bewerbungen bei der Agentur sind dennoch nicht aussichtslos, sie sollten jedoch in keinem Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Das Einreichen von Manuskripten ist möglich und wird an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Eine oder mehrere Veröffentlichungen oder eine Empfehlung
  • Bereiche: Belletristik, Krimi, Memoir, Biografie, Sachbuch

Ganz wichtig: Die Agentur vertritt weder Fantasy, noch Kinderbücher. Wer also in diesen Genres schreibt, sollte sich und der Agentur die Zeit einer sinnlosen Bewerbung ersparen und den ohnehin knappen Platz auf dem Agentur-Schreibtisch bzw. im Email-Postfach anderen Autoren überlassen.

Und wer sich trotz aller Hindernisse immer noch für qualifiziert erachtet und sein Glück versuchen möchte, der schickt seine Bewerbung – bestehend aus einen Pitch (3-5 Sätze), ein Exposé (max. 1 Seite) und einer 10 Seiten Leseprobe – per Email an die Agentur. Ja, die Zeiten der 50 Seiten Leseprobe und Postsendungen ist vorbei, und dies ist schon aus Umweltgründen eine gute Sache.

Veröffentlichungen und Ebooks

Manch einer wird jetzt bei den Voraussetzungen womöglich über die Formulierung „eine oder mehrere Veröffentlichungen“ gestolpert sein und sich gefragt haben, ob hier auch Ebooks von Selbstverlegern zählen. Zugegeben, ich kenne nicht den offiziellen Standpunkt der Agentur, doch meine Erfahrung hat mich Folgendes gelehrt: nicht die Formulierung zählt, sondern die Botschaft dahinter.

Im konkreten Fall möchte Hille & Jung mit der Formulierung die Hobbyschreiber aussortieren. Ziel jeder Agentur ist es, Geld zu verdienen und das geht nun mal nur mit erfolgreichen Autorinnen und Autoren, die im Idealfall Bücher am Fließband schreiben. Wer also 2001 in einem Nischenverlag ein Buch veröffentlicht hat, könnte bei der Bewerbung schlechtere Karten haben, als jemand, der 2012 ein Ebook im Eigenverlag herausgebracht und damit einen Bestseller gelandet hat.

Auch wenn das Image der Selbstverleger nicht das Beste ist, weiß jeder Agent/Verlagsleiter, dass sich mit den paar wenigen Rosinen gutes Geld verdienen lässt. Jüngstes Beispiel hierfür ist Autorin Carina Bartsch, die den Sprung von der Indie-Autorin zu Random House geschafft hat. Bei der Bewerbung sollt man sich also nicht stur fragen, ob man Kriterium A und B erfüllt, sondern ob man Trümpfe auf der Hand hält, an denen die Agentur wirklich Interesse hat.