Themenseite: Martina Gercke – Plagiats-Diskussion

Von der gefeierten Bestseller-Autorin zur Persona non grata im Literaturbetrieb. Um Aufstieg und Fall der Autorin Martina Gercke (Holunderküsschen & Champagnerküsschen) ist 2012 viel geschrieben und diskutiert worden. Plagiat oder unsaubere Arbeitsweise, die unterschiedlichsten Sichtweisen prallten aufeinander und führten zu manch hitziger Diskussion. Manchmal ging vieles durcheinander, was einer sachlichen Auseinandersetzung nicht sonderlich zuträglich war. Ich habe daher auf der Themenseite: Martina Gercke – Plagiats-Diskussion mal alle wichtigsten Infos, Interviews, Links, Kommentare und Artikel zum Thema in einer chronologischen Übersicht zusammengefasst.

Chronologie, Infos & Meinungen zur Plagiatsdiskussion

  • November 2011 – Holunderküsschen: Martina Gercke veröffentlicht ihren Debütroman “Holunderküsschen” über das neue Kindle Direkt Publishing Programm (KDP) von Amazon.
  • Dezember 2011 – Lektorat & Printausgabe: Der mvgverlag kontaktiert Martina Gercke. Es kommt zu einer Zusammenarbeit. “Holunderküsschen” wird lektoriert und als Taschenbuch veröffentlicht.
  • 2011-2012 – erste Kritik: In einigen Rezensionen und Kommentaren verweisen User auf Text- und Handlungsähnlichkeiten zu anderen Büchern. Dies geschieht jedoch zumeist sehr unpräzise und stößt daher auf wenig Resonanz.
  • Juli 2012 – Kindle Bestseller: Amazon bestätigt, dass “Holunderküsschen” das meist verkaufte Ebook im ersten Halbjahr 2012 ist.
  • Juli 2012 – Interview Literaturcafe: Durch ein ausführliches Interview mit literaturcafe.de wird die Autorin einem immer breiteren Publikum bekannt (→ Interview auf literaturcafe.de)
  • Herbst 2012 – A star is born: Immer mehr Medien entdecken die Geschichte von Martina Gercke für sich und berichten teils überschwänglich vom Aufstieg der Selbstverlegerin zur gefeierten Star-Autorin.
  • 16.10.2012 – Champagnerküsschen: Der zweite Roman “Champaganerküsschen” erscheint als Ebook und knüpft umgehend an die Erfolge des Vorgängers an. Auch die ersten Rezensionen sind sehr gut.
  • 18.11.2012 – Konkreter Plagiatsvorwurf: Amazon User AP erhebt schwere Vorwürfe gegen Martina Gerckes Roman “Champagnerküsschen” und nennt Textstellen, die die Autorin aus Ildiko von Kürthys “Höhenrausch” abgeschrieben haben soll. Eine Diskussion beginnt. (→ Diskussion auf amazon.de)
  • 20.11.2012 – Vorwürfe & Reaktion: Die Plagiatsvorwürfe stehen unbewiesen im Raum und Martina Gercke äußert sich erstmals auf Amazon zu den Anschuldigungen. (→ Blog-Eintrag→ persönliche Eindrücke)
  • 22.11.2012 – Filmrechte & Bild-Interview: In einem Interview mit der Bild kündigt Martina Gercke nicht nur die Buch-Veröffentlichung ihres zweiten Romans “Champaganerküsschen” an, sondern gibt auch den Verkauf der Filmrechte von “Holunderküsschen” bekannt. (→ Interview auf bild.de)
  • 30.11.2012 – Neue Vorwürfe: Die Affäre spitzt sich zu und auch das Buch “Holunderküsschen” steht nun unter Plagiatsverdacht. (→ Blog-Eintrag→ Artikel auf buchmarkt.de)
  • 30.11.2012 – Verkaufstop: Random House-Justitiar Rainer Dresen kündigt im Interview mit Buchmarkt rechtliche Schritte an. Der Verkauf der Bücher wird von Amazon und dem mvgverlag gestoppt. (→ Interview auf buchmarkt.de)
  • 01.12.2012 – Kommentar Literaturcafe: Wolfgang Tischer, Chefredakteur und Herausgeber von literaturcafe.de, äußert sich zum Sachverhalt, nachdem er es auch war, der im Sommer 2012, das bereits erwähnte Interview mit Martina Gercke führte. (→ Kommentar auf literaturcafe.de→ Blog-Eintrag zum Kommentar)
  • Dezember 2012 – Textstellen: Buchmarkt veröffentlicht ein 11-seitiges PDF-Dokument, das die Ähnlichkeiten zwischen Martina Gerckes “Holunderküsschen” und Sophie Kinsellas “Sag’s nicht weiter” dokumentiert. (→ PDF auf buchmarkt.de)
  • 23.12.2012 – Video-Stellungnahme: In einem Video auf ihrer Homepage (martinagercke.de) bezieht Martina Gercke öffentlich Stellung und äußert sich zu den gegen sie erhobenen Plagiatsvorwürfen. Auch von einer juristischen Einigung ist die Rede. (→ Blog-Eintrag)
  • 26.12.2012 – Reaktionen auf Stellungnahme: Die Platzhalter-Theorie von Martina Gercke wird im Internet scharf kritisiert. Auch ich bin mit diesem Video alles andere als glücklich. (→ Blog-Eintrag)
  • 26.12.2012 – Kritik unerwünscht: Während positives Feedback zum Video durchaus erwünscht ist, wird Kritik unkommentiert abgelehnt. (→ Blog-Eintrag)
  • 27.12.2012 – Keine Einigung: In einem Interview mit Buchmarkt widerspricht Random House-Justitiar Rainer Dresen der Darstellung von Martina Gercke und bezeichnet ihre Erklärung als “lahm”. (→ Blog-Eintrag→ Interview auf buchmarkt.de)
  • 27.12.2012 – Video entfernt: Nachdem die Video-Stellungnahme von Martina Gercke am 26.12.2012 zunächst von der Startseite ihrer Homepage entfernt wurde, ist das Posting nun auch nicht mehr im Archiv zu finden. (→ Blog-Eintrag)
  • 04.01.2013 – Einigung offiziell: Buchmarkt vermeldet die Einigung von Martina Gercke und Goldmann. Über die Details vereinbaren beide Seiten Stillschweigen. (→ Blog-Eintrag→ Artikel auf buchmarkt.de)
  • 24.01.2013 – Neue “Platzhalter”: Nachdem ein aufmerksamer Leser neue Ähnlichkeiten entdeckt, bestätigt Rainer Dresen im Interview mit Buchmarkt,  dass Martina Gercke auch von Sophie Kinsellas „Sag‘s nicht weiter, Liebling“ abgeschrieben habe und spricht nun von „leitender Täuschungsabsicht“ der “Autoren-Darstellerin”. (→ Interview auf buchmarkt.de→ PDF weitere Textstellen)

(Stand: 24.01.2013)

Alle Links öffnen in einem neuen Fenster. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und orientiert sich an meinen Lesegewohnheiten. Sicher gibt es noch viele andere lesenswerte Artikel und Kommentare zum Thema, die hier unerwähnt bleiben.