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Making of: Aktion Weißer Rauch

Weißer Rauch über ... | Aktion für Autoren

Weißer Rauch über…

Nach dem gestrigen Startschuss von Aktion Weißer Rauch (klingt irgendwie wie eine CIA-Geheimoperation ;)) fragten mich mehrere Leser, nach den Hintergründen bzw. meinen Motiven. Ich antwortete dann via Facebook, dass man auf solch seltsame Ideen kommt, wenn man am Vortag mit 40 Grad Fieber im Bett liegt, im Fernsehen nur Papst-TV läuft und man sich mit kindlicher Freude daran erinnert, früher Geschichten geschrieben zu haben, die dieser Welt ähnlich entrückt schienen wie das Konklave. Nun folgt die ausführliche Erklärung ohne Fieber.

Schreiben ist viel mehr als Veröffentlichen und Verkaufen

Früher schrieb ich, weil mich eine Idee faszinierte und ich mich Hals über Kopf in eine Story verliebte, ganz gleich wie ungewöhnlich und manchmal auch unsinnig sie war. Heute erwische ich mich immer öfter dabei, wie ich mit einem Auge den Markt beobachte und mich frage, wie ein moderner Roman denn auszusehen hat.

Ich habe mich professionalisiert werden nun viele sagen und mir gratulieren, doch zur Wahrheit gehört eben auch, dass das Korsett der schriftstellerischen Vernunft meine Kreativität einengt. Mir ist bewusst, dass ich mit diesem Problem nicht allein bin. Tausende Autorinnen und Autoren vor mir haben sich mit dieser Thematik bereits befasst und Dutzende Diskussionen wurden zu diesem Thema in Foren und Blogs geführt.

Wirtschaftliche Zwänge vs. Kreative Freiheit

Meist läuft es auf das Spannungsverhältnis Wirtschaftliche Zwänge versus Kreative Freiheit hinaus, dessen Ausprägung stark von den individuellen Lebensumständen und finanziellen Rahmenbedingen der jeweiligen Person abhängt. Der Markt will dies, der Autor jenes. Oft trifft man sich in der Mitte und am Ende ist keine der beiden Parteien mit dem Ergebnis zufrieden.

Mir geht es nicht darum, diesen Aspekt neu aufzudröseln oder eine Formel für ein verträgliches Miteinander dieser Kräfte herzuleiten. Das perfekte Mischverhältnis aus Professionalisierung und Liebhaberei ist von Autor zu Autor verschieden und muss von jedem selbst entdeckt werden. Vielleicht eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt.

Verbrannte Manuskripte sind mehr als ein Häufchen Asche

Mir geht es vielmehr darum, die Wertschätzung für das, was wir unter kommerziellen Gesichtspunkten als Ausschuss bezeichnen, zu erhöhen. Schreiben ist viel mehr als Veröffentlichen und Verkaufen. Die unveröffentlichten Manuskripte in der Schublade gehören genauso zur Vita eines Autors wie die Veröffentlichungen. Manchmal bringen sie den Schreibenden im Leben sogar weiter als das gedruckte Buch.

Mehrfach abgelehnte Manuskripte mögen aus Verlagssicht „verbrennen“, doch für den Verfasser bleiben sie immer ein Baustein seiner persönlichen Entwicklung. Das Arbeiten und Experimentieren am Text ist niemals verlorene Zeit. Und wer dies verinnerlicht, legt auch viel von den Ängsten und Zwängen ab, die der Kreativität die Luft zum Atmen nehmen.

Daher: WEISSER RAUCH FÜR ALLE MANUSKRIPTE

Hinweis: Das virtuelle Zündeln kann in diesem besonderen Fall sogar Autoren unter 18 ohne Begleitperson gestattet werden 😉