Leser schenken Lebensfreude

Wer diese Seite entdeckt, wurde entweder von mir persönlich oder einem Nachahmer mit Lebensfreude beschenkt und ist herzlich eingeladen, nun ebenfalls etwas Lebensfreude zu verschenken.

Leser schenken Lebensfreude Im Internet ist (fast) alles umsonst. Mit diesem Gefühl surfen die meisten Menschen durch das World Wide Web. Informationen gibt es in Hülle und Fülle und zu jedem Themengebiet gibt es Menschen, die ihre Erfahrungen und Ansichten in Blogs verbreiten. Da werden dann Tipps gegeben, Meinung ausgetauscht und Einblicke ins Privatleben gewährt. Der Internetnutzer zieht sich aus dem Überangebot heraus, was er/sie gerade braucht. Information, Rat, Ablenkung, Unterhaltung, die Motive für einen Blogbesuch sind so verschieden wie die Leser selbst.

Einige kommentieren Beiträge, andere bleiben lieber anonym und wieder andere missbrauchen die Kommentarfunktion für ihre Zwecke. Am Ende des Tages bleibt für viele Blogger nur wenig ehrliches und selbstloses Feedback über. Aufwand und Ertrag scheinen in einem Missverhältnis zu stehen und die Leidenschaft fürs Bloggen bekommt erste Risse, insbesondere wenn auch mal negative und /oder überzogene Kritik ins Haus flattert. Wofür mach ich das alles hier? Wer liest das denn überhaupt? Wieso hauen meine Leser plötzlich auf mich drauf?

Fragen über Fragen, auf die man keine Antwort findet. Oft erscheint dem Blogger der Istzustand deutlich negativer, als er tatsächlich ist. Ein Grund hierfür ist, dass zufriedene Leser oft still sind, unzufriedene jedoch laut Trommeln und Lästern. Und weil dies so ist, möchte ich als zufriedener (und leider eben auch viel zu oft stiller) Leser einigen meiner Lieblingsblogger etwas Lebensfreude schenken und mich für ihre Arbeit bedanken. Und natürlich möchte ich Euch motivieren, es mir gleichzutun und auf eine ganz altmodische Art Danke zu sagen.

Ein anonymes Danke ohne Erwartungen

Postkarte Leser schenken Lebensfreude - Blogger

Leser schenken Lebensfreude – Mach deinen Lieblingsbloggern eine Freude! (Anklicken für Großansicht)

Und so gehts:

  1. Grafik mit einem Farbdrucker im Postkarten-Format ausdrucken oder Abzüge der Grafikdatei bei einem Foto-Service bestellen.
  2. Rückseite mit einem persönlichen Gruß beschriften (z.B. Vielen Dank für den Beitrag über …)
  3. Adresse des Bloggers (steht meist im Impressum) auf einen Briefumschlag schreiben. Karte in den Umschlag, Briefmarke drauf und ab in den Briefkasten damit

Wichtig: Auf dem Briefumschlag darf keine Absenderadresse und auf der Postkarte kein vollständiger Name stehen. Lediglich der Vorname oder eine Namenskürzel (Initialen) sind „erlaubt“!

Warum dies wichtig ist und es unbedingt eine altmodische Postkarte sein soll, möchte ich euch gern erläutern.

Wieso Postkarten?

In Zeiten von Internetfallen und Abmahnindustrie ist der Gang zum Briefkasten für viele Webseitenbetreiber und Blogger zu einer Tortur geworden. Und manch einer erinnert sich sehnsüchtig zurück, an die gute alte Zeit, als zwischen Werbung, Rechnungen und Mahnungen auch mal Post von Freunden lag. Ein Brief, eine Postkarte, eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier, das alles war einmal.

Urlaubsgrüße werden heute als MMS gesendet, Briefe auf 140 Zeichen zu einem Tweet zusammengestrichen und Partyeinladungen auf Facebook gepostet. Niemand möchte die Uhren zurückdrehen, doch die Kraft der Postkarte ist ungebrochen, vielleicht heute (als echte Rarität) sogar stärker denn je. Man kann sie wie einen Schatz mit sich herumtragen oder als morgendlicher Stimmungsaufheller an den Kühlschrank hängen.

Wieso kein Absender und nur Namenskürzel?

In der heutigen Zeit geschieht es immer öfter, dass Menschen etwas verschenken und diese Handlung an eine konkrete Erwartung knüpfen. Insbesondere im Internet ist dieses Phänomen weit verbreitet. Firmen verschenken Produktproben und erwarten sich davon neue Kunden. Autoren verschenken Bücher und erwarten im Gegenzug positive Bewertungen. Schenken verkommt zum Geben UND Nehmen.

Laut Duden ist eine Schenkung eine „in Geld oder Sachwerten bestehende Zuwendung an jemanden“. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es mehr denn je eine Mischung aus Marketinginstrument, Rechtsgeschäft und sozialer Verpflichtung. Als Beschenkter hat man sich zu bedanken, bekommen Kinder eingebläut, und nicht selten entsteht in Familien Streit, wenn dies mal nicht, verspätet oder in Augen des Schenkers unzureichend geschieht. Die Zuwendung gerät schnell in Vergessenheit, was zählt ist nur noch die „falsche“ Reaktion des Beschenkten.

Manch einer mag mich jetzt idealistisch nennen, doch für mich bleibt eine Schenkung gerade in Zeiten des Internets und der schnellen Kommunikation („wenigstens eine Dankes-SMS hättest du schicken können“) eine selbstlose Handlung, die an keine Bedingungen/Erwartungen geknüpft ist. Und wenn der Empfänger den Absender nicht kennt (ihn höchstens erahnen kann), steht zwangsläufig die Geste im Vordergrund.

Wieso Blogger?

Blogger bzw. Webseitenbetreiber stecken viel Arbeit und Zeit in ihren Blog und nicht selten spielen kommerzielle Ziele nur eine untergeordnete Rolle. Gerade im Literaturbereich ist die Zahl der Buchblogger, die im Internet ihrer Leidenschaft frönen, groß und die Liste der Literaturoasen lang. Nicht jeder ist mit vielen Lesern gesegnet, nicht jedem wurde das Talent zu Bloggen in die Wiege gelegt.

Blogger sind keine homogene Masse. Manche wollen ihre Meinung kundtun, andere sind auf das schnelle Geld aus, wieder andere wollen unterhalten oder über eine Herzensangelegenheit informieren. Oft bewegen sich Blogger in Nischen und informieren über Themen, die in den Massenmedien zu kurz kommen. Ob sie dies gut oder schlecht tun, ist Ansichtssache, doch in jedem Fall tragen sie maßgeblich zur Themenvielfalt im Internet bei.

Mit den Bloggern ist es wie mit der Literatur. Ob gut oder schlecht ist eine Frage des Geschmacks, auch wenn einem das Feuilleton gern das Gegenteil weismachen möchte. Ein Grund mehr, den Bloggern, die man mag, dies in aller Offenheit zu sagen.

Meine Motivation: Schenken ohne Dankeschön ist eine tolle Erfahrung

Es war zu Zeiten meines SozPäd-Studiums in Nürnberg, als in der Vorweihnachtszeit der alljährliche Kartenzwang meine Laune drückte. Mir missfiel die Vorstellung, eine von Jahr zu Jahr länger werdende Liste abzuarbeiten so sehr, dass ich beschloss, mit dieser ungeliebten Tradition endlich zu brechen. In der folgenden Nacht schrieb ich eine Weihnachtsgeschichte und nahm mir vor, ein paar wenige Menschen von der Liste mit dieser zu erfreuen. Der Computerausdruck ohne Absendername wanderte in einen leeren Umschlag und wurde vom Weihnachtsmann höchstpersönlich am 23. Dezember mit dem Fahrrad ausgefahren.

Einige Beschenkte hatten mich als Schreibbegeisterten in Verdacht, andere sind nie dahinter gekommen. Mir bereitet es heute noch große Freude, mir vorzustellen, wie diese Personen dasaßen, die Zeilen gelesen haben und nicht unmittelbar von der Dankesmaschinerie überfallen wurden. Ach Mist, den Michi habe ich bei meinen Grüßen vergessen und nur auf der Liste der Weihnachts-SMS. Schnell noch in die Stadt und eine Karte kaufen. Panik!

Eine positive Botschaft ohne Absender mag machen Empfänger verwirren und einige wenige werden sich bei dem Gedanken, nicht Danke sagen zu können, sogar unwohl fühlen, doch am Ende überwiegt selbst bei diesen Menschen die Freude. Versprochen!

Hinweis: Und wer jetzt immer noch nicht des Lesens müde ist, der erfährt hier, wen ich mit meinen Karten beglückt habe.