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Facebook Autorenprofil – Gefällt mir, Sprechen darüber und der persönliche Touch von Tarzan & Jane

Nachdem ich im vorigen Artikel „Facebook Autorenprofil – Der Inhalt bestimmt über den Erfolg“ das Thema „Gefällt mir“ und „Sprechen darüber“ bereits angerissen habe, geht es heute ausführlich um das Zusammenspiel dieser Zahlen und weitere spannende Fragen rund um den Inhalt der Chronik und die Interaktion mit den Fans.

Gefällt mir – Like-Button

Der Like-Button ist die wohl bekannteste und beliebteste Funktion in Facebook. Mit einem Klick bekundet der User seine Sympathie für ein Profil, ein Foto, ein Kommentar, ein Posting und viele andere Dinge. Kein Wunder also, dass sich bei vielen Seitenbetreibern die Wahrnehmung zentral auf die aktuelle Zahl an Fans richtet.

Einladungen werden verschickt, die zum „liken“ auffordern und in fremden Chroniken wird offensiv für die eigene Seite geworben. „Bitte mal gefällt mir drücken und danach noch mein aktuelles Buch bei amazon bestellen“ lautet die Botschaft. Mit dieser Form der Eigenwerbung macht man sich nicht nur keine Freunde, sondern läuft auch Gefahr die „falschen“ Likes einzusammeln.

Werden Fanseiten-Likes mal eben aus Gefälligkeit getauscht, ohne dass die Personen einen inhaltlichen Bezug zur Seite des Anderen haben, dann sind die Folgen leicht vorherzusehen: die Zahl der passiven Fans steigt, die der aktiven Leser und Seitenbesucher jedoch nicht.

Und hier kommt dann die zweite Kennzahl „Sprechen darüber“ ins Spiel, die von vielen weder verstanden noch groß beachtet wird, was sich langfristig als schwer zu korrigierender Fehler erweisen kann.

Sprechen darüber – und wenn ja wie viele

Hinter den „Gefällt mir“-Angaben steht eine Zahl und „sprechen darüber“. Klickt man auf diesen Schriftzug kommt man in die Statistik (Page Insights Talking), die Aufschluss darüber gibt, wie viele Personen sich aktiv auf der Fanseite beteiligen und wie hoch die Reichweite der Seite ist.

Aktiv beteiligen bedeutet, dass diese Leser Inhalte teilen, liken oder kommentieren. Davon lebt ein soziales Netztwerk und daher ist diese Form der Interaktion für Facebook ein wichtiges Qualitäts-Kriterium. Seiten, auf denen über Inhalte diskutiert wird, findet Facebook toll, Seiten, auf denen nur Eigenwerbung betrieben wird, lässt Facebook verhungern.

Tarzan und Jane

Die PR für das eigene Werk ist meist Push-Kommunikation, die Diskussion über einen Cover-Vorschlag hingegen Pull-Kommunikation. Da es sich bei meiner Webseite um keinen Marketing-Blog handelt, möchte ich diese Begrifflichkeiten schnell wieder vergessen und ihre Bedeutung lieber an einem konkreten Beispiel erläutern.

Tarzan (Push): Autor Tarzan Superschlau hat seine Fanpage intensiv beworben und 1000 Likes eingesammelt. Um nun wieder mehr Zeit fürs Schreiben zu haben, postet er nur noch sehr selten und teilt jeden zweiten Tag einen Amazon-Link seines aktuellen Romans. Die Seite verkommt zu einem Reklameheftchen.

Jane (Pull): Autorin Jane Habgeduld hat die meisten Fans über Mundpropaganda gewonnen. Ihre Fanseite ist natürlich gewachsen und zählt 100 Fans, die sich intensiv für Janes Leben und ihre Ansichten interessieren. Aktuell bietet die Autorin eine Wohnzimmerlesung an und die Interessenten stehen bereits Schlange.

Den Lesern gefällt Jane – Facebook auch

Wenn ich zwischen Tarzan und Jane wählen müsste, stände meine Entscheidung sofort fest: Jane. Die Begründung ist einfach: Tarzans Fanseite ist trotz der hohen Zahl an „Gefällt mir“-Angaben klinisch tot und wird sich aller Voraussicht nach auch nicht wiederbeleben lassen.

Facebook (weiß ja bekanntlich sehr viel über uns) erkennt diesen Zustand sofort und erspart seinen Usern die immer wiederkehrenden Traueranzeigen in Form der Amazon-Links. Egal was Tarzan nun postet, die Nachrichten schaffen es nicht mehr in den Newsstream der Fans und verhallen ungehört in den Facebook-Datenbanken. Tarzan kann sich höchstens noch die Zahl seiner Fans auf seinen virtuellen Grabstein tätowieren lassen, doch seine Fanseite ist nicht mehr zu retten.

Jane hingegen beherrscht das Spiel aus Geben und Nehmen perfekt. Auch sie macht Werbung für ihre eigenen Bücher, doch das nur am Rande und nicht mit dem Vorschlaghammer. Die meiste Zeit auf Facebook beantwortet sie Fragen ihrer Leser, diskutiert über aktuelle Entwicklungen und philosopiert über das Dasein als Schriftstellerin.

Die Fans freuts, sie sind eifrig dabei und ohne es zu merken erreicht Jane über den Newsstream plötzlich immer mehr Menschen. Denn ihr wird die wohl beste Werbung zuteil: andere Personen reden über sie und das in einer zumeist positiven Weise.