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Filme, die man als Autor gesehen haben sollte

Schreiben ist ein einsames Geschäft und Schriftsteller sind ein ganz besonderer Menschenschlag. Was die Liebe zur Literatur mit den Autoren und ihrem Umfeld anrichtet, wird nicht nur in zahlreichen Romanen thematisiert, sondern schafft es immer wieder auch auf die Leinwand. Manche Filme glorifizieren den Beruf des Schriftstellers, andere spielen vorzüglich mit den Klischees, die sich um diese literarischen Freigeister ranken. Als Autor kann man sich in solchen Filmen wunderbar verlieren und wiederfinden. Was aber wohl viel wichtiger ist: fast immer muss man über den ein oder anderen Aspekt herzlich lachen.

Der Schriftsteller und sein(e) Beruf(ung) auf der Leinwand

Hier also meine ganz persönlichen Filmtipps für Autoren und solche, die es werden wollen.

Misery (1990)

Ein Kultfilm, nicht nur für Autoren. Wer diesen Film sieht, wird sich dreimal überlegen, ob er sich wirklich wünscht, dass sich seine Fans voll und ganz mit den Protagonisten der eigenen Bücher identifizieren. Nach einem Besuch bei Annie Wilkes wir der Satz „Ich bin ihr größter Fan“ aus dem Mund eines Lesers nie wieder so zauberhaft klingen wie zuvor. Dennoch ist dieser Film ein Muss.

Der Film kam 1990 in die Kinos und ist eine Verfilmung des Stephen-King-Romans „Sie“. Er gilt bis heute als eine der besten King-Verfilmungen überhaupt. Getragen wird er von der schauspielerischen Meisterleistung von Kathy Bates, die für ihren famosen Auftritt in Misery einen Oscar und einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin erhielt.

Die letzten Mieter (2005)

Um es gleich vorwegzunehmen. Der Film hat einen Touch von Seifenoper und ist nur für Autoren und deren Angehörige zu empfehlen. Für Letztgenannte hat er jedoch durchaus seinen Reiz. Vor allem der Satz „Ich muss nur noch das Buch fertig schreiben, dann…“ dürfte vielen Schreib-Familien bekannt sein. Fast zwangsläufig stellt man sich als Autor nach dem Film die Frage, welchen Stellenwert das Schreiben im eigenen Leben hat und ob man mit dieser Prioritätensetzung seinen Liebsten gerecht wird.

Der Film spielt in New York Anfang der 1970er Jahre und ist eine interessante Geschichte um Rassismus auf der einen Seite (weiß gegen schwarz), und den Umgang von Schriftstellern untereinander auf der anderen Seite. Die Hauptrollen werden sehr überzeugend von Dylan McDermot und Snoop Dogg gespielt. Der Roman, der diesem 2005 gedrehten Film zugrunde liegt, stammt von Bernard Malamud.

Das geheime Fenster (2004)

Zu den größten Ängsten vor allem junger Autoren zählt der Ideenklau. Geheime Mächte rauben einem die Geistesblitze, mit den man selber reich und berühmt werden wollte, und geben diese Ideen als die eigenen aus. Sie kopieren das unveröffentlichte Manuskript, setzen den eigenen Namen drüber und klauen einem den sicher geglaubten Literatur-Nobelpreis. „Plagiat“, schreit der eine, „Stimmt nicht“, der andere. Der perfekte Filmstoff … mit einem überraschenden Ende.

Der Schriftsteller Mort Rainey – frisch von seiner Frau getrennt – zieht sich von aller Welt in sein einsames Waldhaus zurück. Dort gibt er sich stundenlang im Morgenmantel auf dem Sofa liegend seinem Schriftstellerdasein hin (Achtung: spätestens hier kommen bei mit Familie behafteten Autoren heftige Neidgefühle auf!), bis eines Tages ein Mann auftaucht, der ihn des Plagiats bezichtigt. Mort Rainey meint, das offensichtliche Missverständnis schnell aufklären zu können, doch dann passieren seltsame Dinge, die seine Beweismittel zunichte machen. Der Fremde bedrängt Rainey immer ärger und das Ganze nimmt – wie sollte es anders sein – psychotische Züge an.

Still to come

Der Ghostwriter (2010)
Hemingway & Gellhorn (2012)
Stark – The Dark Half (1993)
Zimmer 1408 (2007)
Adaption (2002)

…Mir geistern noch einige andere Filme im Kopf herum, daher wird die Liste in Kürze fortgeführt…

Gute Filme mit Lerneffekt

Für alle, die der Auffassung sind, aus einem guten Film müsse man auch etwas lernen, hier noch die wichtigsten Botschaften aus medienpädagogischer Sicht. 😉

  • spätestens nach „Misery“ macht man sich als Autor vom eigenen Manuskript eine Sicherungskopie
  • In „Die letzten Mieter“ können junge Autoren gleich mehrere Exemplare der ausgestorbenen Spezies Schreibmaschine bewundern.

Eure Tipps

Falls ihr mir Filme empfehlen wollt, die unbedingt in diese Liste gehören, dann schreibt mir via Facebook. Ich bin für jeden Tipp dankbar. Schlaflose Nächte, in denen ich diese Filme dann ansehen kann, gibt es in meinem Leben zur Genüge.