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Facebook Autorenprofil – Impressum ist Pflicht für Fanpage

Eigentlich sollte es in meinem heutigen Beitrag zur Facebook Reihe um den Inhalt der Chronik gehen, doch aus aktuellem Anlass möchte ich dieses Thema hinten anstellen und einen viel wichtigeren Punkt vorziehen: die Impressumspflicht für Fanseiten.

Seit ich vor knapp einem Monat Facebook beigetreten bin und erste Kontakte zu anderen Schreibenden geknüpft habe, bekomme ich immer wieder Einladungen auf Fanseiten befreundeter Autoren. Beim Besuch dieser Seiten fällt mir dann leider oft auf, dass die Pflicht ein Impressum auszuweisen sträflich vernachlässigt wird.

Impressumspflicht für jede Fanseite

Ob Autor, Musiker oder Lebensberater, sie alle haben eines gemein. Wenn sie die Welt der rein privaten Personenprofile bei Facebook verlassen und eine Fanseite ins Leben rufen (zu erkennen am „Gefällt mir“-Button), sind sie ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Angabe eines Impressums verpflichtet.

Auf den meisten von mir besuchten Seiten fand sich jedoch kein Impressum oder dieses war schlecht positioniert. Der Grund für diese Nachlässigkeit dürfte meines Erachtens eine Mischung aus Unwissen und falscher Sicherheit sein. Aufgrund der Facebook Seitenoptik hat man unweigerlich das Gefühl in „Facebook-Land“ zu sein und zur Not mit dem Touristen-Bonus („hab ich nicht gewusst, das ist in Deutschland anders“) davonzukommen.

Doch dem ist natürlich nicht so. Der Abmahnindustrie und der Rechtssprechung ist es ziemlich egal, ob sich der Bürger vorab informiert oder nicht, die Konsequenzen bleiben meist ähnlich. Das kann man jetzt unfair finden und verurteilen, auf der anderen Seite klebt der Autohändler ja auch keinen Aufkleber an jede Fahrertür auf dem steht: bitte nicht vergessen, sie dürfen nur mit gültigem Führerschein fahren, müssen sich anschnallen, dürfen kein Handy in der Hand halten usw.

Facebook Profile und Fanseiten müssen über ein Impressum verfügen, wenn Sie nicht rein privat sind, und dies ist schneller der Fall, als so manchem bewusst ist. Im Zweifel gilt daher: lieber ein Impressum zu viel, als eines zu wenig.

Inhalt und Positionierung

Wer sich erstmal bewusst ist, dass er für seine Facebook Seite ein Impressum braucht, hat einen Großteil des Problems bereits gelöst. Denn was Inhalt und Positionierung des Impressums betrifft, gibt es im Internet vielerorts kompetente und kostenlose Hilfe für Einsteiger und Fortgeschrittene, inkusive Muster-Vorlagen und Text-Bausteine.

Da besagte Internetseiten zu diesem Thema viel besser und aktueller informieren, als ich es mit meinem Laienwissen je tun könnte, möchte ich mich hier auch gar nicht weiter auslassen, sondern Euch vielmehr ein paar Literaturtipps zu dem Thema ans Herz legen:

Wichtige Infos und Impressum-Generator: Einen guten Einstieg in das Thema Facebook Impressum bietet folgender Artikel auf e-recht24.de. Neben den wichtigsten Infos gibt es hier auch einen kostenlosen Generator zum halb-automatischen Erstellen eines Impressums.

Gerichtsurteil und Impressum-Anwendung: Den Anfang der Abmahnwelle auf Facebook leitete unter anderem ein Urteil vom Landgericht Aschaffenburg aus dem Jahr 2011 ein. Über die Folgen und wie man sich nun schützt, informiert folgender Artikel auf juraforum.de. Auch hier gibt es eine kostenlose Anwendung zum Erstellen des Impressums.

Ergänzung: Kurz nach der Veröffentlichung meines Artikels wies mich eine befreundete Autorin darauf hin, dass sich fast zeitgleich Autorin Petra Schier in ihrem Blog dem Thema Impressum angenommen hat. Auch dieser lesenswerte Beitrag soll hier nicht unerwähnt bleiben.

Vorlage für Muster-Impressum

Leider bin ich bei meinem Recherchen auch immer wieder auf weniger seriöse Seiten gestoßen, bei denen sich hinter der toll klingenden Formulierung „Vorlage für Muster-Impressum“ ein (angeblich) universal gültiges Impressum verbarg. Die Verlockung ist natürlich groß – einmal Copy + Paste und schon ist das Problem aus der Welt. Doch dies ist natürlich Quatsch. Jede Webseite ist anders und was der Eine braucht, ist beim Anderen überflüssig oder sogar kontraproduktiv.

Webseiteinhalte wie der Facebook Like-Button, Social-Pluggins, Amazon Partnerlinks etc. brauchen eigene Textbausteine und werden von einem Universal-Muster meist nicht abgedeckt. Ich kann daher nur von solchen Schnellschüssen abraten. Das Impressum ist mit Sicherheit kein einfaches Thema und erst recht keine angenehme Lektüre, aber es gehört zum Webauftritt nun mal dazu.

Kleiner Trost zum Schluss: Bei Facebook reicht es übrigens oft bereits aus, auf das bestehende Impressum der eigenen Webseite zu verlinken. Dies gilt jedoch nur, wenn der Name der Fanseite mit dem Namen im Impressum übereinstimmt, was bei den meisten Autoren der Fall sein sollte. Des Weiteren ist zu beachten, dass das Impressum mit höchstens 2 Klicks zu erreichen ist und als solches deutlich gekennzeichnet ist. Über eine rechtssichere Positionierung des Links sind sich die Juristen leider uneins.

In eigener Sache

Ja, es ist traurig, doch in unserer Abmahngesellschaft muss ich am Ende noch auf Folgendes hinweisen, um nicht selber unliebsame Anwaltspost zu bekommen:

Die von mir gegebenen Tipps, Links und Informationen sind keine Rechtsberatung, sondern geben lediglich meine persönlichen Erfahrungen zu dem Thema wieder. Da sich Vorschriften und Paragraphen immer mal ändern können, empfehle ich bei konkreten Fragen zur Impressumspflicht den Gang zum Anwalt.

Ziel diesen Artikels ist es lediglich andere Autoren für das Thema Impressum zu sensibilisieren, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Sollte mir dies gelungen sein, freue ich mich über eine Empfehlung.