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Bloggen leicht gemacht – 10 Tipps für Anfänger und Neueinsteiger

Bloggen leicht gemachtDer Entschluss zum Bloggen ist gefallen, eine kostenlose Blog-Software gefunden (z.B. WordPress oder Blogger/Blogspot) und der Kopf sprudelt über vor Ideen. Dank des Baukastenprinzips kann heute jeder ganz einfach zum Blogger werden und ohne große HTML-Kenntnisse in wenigen Schritten eine optisch ansprechende Webseite gestalten. Doch wie findet man seine Leser, welche Rechte und Pflichten hat man als Blog-Betreiber und worauf sollten Anfänger und Neueinsteiger bei den Inhalten ihrer Postings achten?

Der erste Blog – auf zu großen Taten!

Erst die Pflicht, dann die Kür. Was im Sport gilt, lässt sich auch wunderbar aufs Bloggen übertragen. Doch ich kann euch beruhigen: die Pflicht ist nur ein Kurzprogramm, wohingegen sich die Kür über Jahre erstrecken kann.

Erst die Pflicht …

1. Impressum erstellen

Ja, es mag spießig klingen, dass ich Blog-Neulingen als erstes zu diesem mitunter nervigen Schritt rate, doch ein Impressum (Anbieterkennzeichnung) ist fürs Bloggen ebenso wichtig wie der Führerschein fürs Autofahren. Und auch wenn es im Internet leider sehr viele selbsternannte Experten gibt, die den Eindruck verbreiten, so etwas braucht man nicht („ich blogge seit vielen Jahren und mich hat noch nie jemand abgemahnt“), kann ich nur jedem raten, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Um es mal etwas drastischer zu sagen: nur weil ich über drei Ecken ein paar Leute kenne, die schon mal mit geschlossnen Augen über die Straßen gegangen sind, heißt dies nicht, dass das bei mir auch klappt. Dank kostenloser Tools ist die Erstellung eines Impressums übrigens viel leichter als es auf den ersten Blick aussieht. Daher: nehmt euch etwas Zeit für dieses wichtige Thema. Euer Schlaf wird es euch danken!

Surftipps:
Infos vom Bundesjustizministerium (übersichtlicher Leitfaden)
Impressum Generator (Hilfreiches Tool)

2. Bildrechte beachten

Bilder und Fotos sind IMMER urheberrechtlich geschützt. Ob nun eine Mini-Grafik oder ein preisgekrönter Schnappschuss spielt dabei keine Rolle. Wer aus purer Bequemlichkeit über die Google-Bildsuche seine Fotos und Grafiken einsammelt und im eigenen Blog veröffentlicht, bewegt sich auf ganz dünnem Eis. Und auch die Bezeichnung „lizenzfrei“ ist in diesem Zusammenhang nicht mit „kostenlos“ gleichzusetzen.

Surftipp:
Bilder auf der eigenen Webseite? (guter Einstieg in das Thema)

3. Copy and Paste

Was vielen Menschen bei der Nutzung von Bilder noch einleuchtet, gilt natürlich auch für Texte (und das nicht erst seit den jüngsten Plagiats-Affären bei diversen Doktorarbeiten). Nur weil es einfach ist, ganze Absätze aus Büchern, Dokumenten, Online-Artikeln etc. zu kopieren und in den eigenen Blog ohne Nennung der Originalquelle einzufügen, ist dies noch lange nicht erlaubt. Selbst bei Zitaten, die in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit dem eigenen Text stehen, ist Vorsicht geboten. Doch ich möchte alle Anfänger beruhigen: um erfolgreich zu Bloggen muss niemand zum Hobby-Jurist aufsteigen. Oft reicht der gesunde Menschenverstand und die Frage: würde ich wollen, dass jemand meine Texte ohne meine Erlaubnis im Internet verbreitet?

Surftipp:
Texte übernehmen (eine kurze und verständliche Übersicht)

… dann die Kür

4. Klare Optik und passender Blogname

Freunde als Stammleser des ersten eigenes Blogs zu gewinnen, ist noch relativ einfach. Komplizierter wird es da schon bei Zufallsbesuchern aus den Weiten des World Wide Webs. Diese bilden sich meist innerhalb weniger Sekunden eine Meinung über die Webseite und sind bei Nichtgefallen oft für immer verloren. Der erste Eindruck zählt und dieser sollte ansprechend, vor allem aber authentisch sein. Die Titelgrafik und der Blogname sind die Visitenkarte im Internet, die zwingend zum Inhalt der Seite passen sollte. Wer hier falsche Erwartungen weckt, sollte sich über verärgerte Leser nicht wundern. Ein Blog, der sich „… Bücherblog“ nennt, dann aber mehrheitlich Filme rezensiert, ist nah an der Themaverfehlung und wird dementsprechend negativ bewertet.

4. Andere Blogs als Orientierung

Die Aufgabe eines Bloggers ist es nicht, das Rad neu zu erfinden. Dies gilt insbesondere für die Menüstruktur und die Gestaltung der Sidebar. Der Leser hat eine Erwartungshaltung und diese gilt es ernst zu nehmen. Wenn alle Buchblogger ihren Stapel ungelesener Bücher SuB nennen und Buch-Besprechungen unter dem Schlagwort Rezensionen zusammenfassen, dann hat dies schon seine Gründe. Für Innovation und eigene Ideen ist genug Platz, doch bitte nicht in der Menüführung. Man möchte ja auch nicht, dass ein Online-Shop den Bereich „Bücher“ in „Lesereisen“, den Bereich „Filme“ in „TV-Futter“ und den Bereich „Musik“ in „Klangerlebnisse“ umbenennt. Das wäre mehr als albern.

5. Den Leser einbeziehen und ernst nehmen

Bei den einzelnen Blog-Beiträgen und Rubriken sind der kreativen Freiheit kaum Grenzen gesetzt. Neue Ideen können umgesetzt, bestehende Konzepte weiterentwickelt werden. ABER: lehnt der Leser die Neuerungen ab, sollte man nicht schmollen und sich auf den Standpunkt „Mein Blog, da kann ich machen was ich will“ zurückziehen, sondern die Meinung/Kritik der Blog-Besucher ernst nehmen. Bloggen hat auch viel mit Interaktion und Selbstreflektion zu tun. Gäbe es für die Welt der Blogger eine allgemein verbindliches Motto, dann könnte dies lauten: Nobody is perfect!
Wer sich bei einer Sache nicht sicher ist, kann dies mit direkten Fragen an seine Leser abklären („wie findet ihr meine neue … ?“). Ohnehin sind Fragen in den Posts ein probates und beliebtes Mittel, um Leser in den Blog aktiv einzubeziehen.

6. Austausch mit anderen Bloggern

Ja, auch unter Bloggern gibt es Ideenklau, Konkurrenzgehabe und Lästerorgien, doch dies sind glücklicherweise die Ausnahmen. Die meisten erfahrenen Blogger helfen Anfängern gerne und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Natürlich gilt hier: so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus! Soll heißen: wer sein Anliegen nett vorträgt und Hilfe nicht als etwas Selbstverständliches ansieht, der hat gute Karten, dass ihm andere Blogger bei seinem Problem helfen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist übrigens auch das Ergebnis einer konstruktiven Zusammenarbeit unter Bloggern. Ich habe ihn geschrieben, um meinen Teil zu der tollen und unterstützenswerten Aktion Blogpatenschaft von Chrisy beizusteuern.

7. Follow me!

Selbst zufriedene Leser sind bequem und möchten dort abgeholt werden, wo sie sind. Das Zauberwort diesbezüglich heißt Vernetzung. Ob nun über Google Friend Connect, Blog-Connect, Facebook oder Twitter, wenn Leser zu Followern werden, profitieren beide Seiten. Der Blogger erhöht seine Reichweite, der Leser wird bequem über neue Beiträge informiert. Auch die Kommunikation mit anderen Bloggern ist über soziale Netzwerke wie Facebook meist deutlich einfacher als über Kommentare oder Emails.

8. Regelmäßigkeit

Ein Blog ist keine Tageszeitung und doch schätzen Leser eine gewisse Kontinuität. Sowohl auf der zeitlichen Schiene (z.B. ein neuer Beitrag pro Woche), als auch beim Inhalt. Wiederkehrende Abläufe führen zur Leserbindung. Ein Newsletter der immer am Monatsanfang erscheint, eine Rubrik, die regelmäßig persönliche Highlights zusammenfasst, ein Bildposting, das am Wochenende zur Erheiterung beiträgt, usw.
Leser verinnerlichen diese ungeschriebenen Gesetze und wissen sie zu schätzen. Ähnlich wie beim Fernsehen. Dort weiß man auch ohne TV-Zeitschrift was auf gewissen Sendern an bestimmten Tagen läuft. Bud Spencer am Wochenende auf Kabel eins, das legendäre Nacht-Kaminfeuer auf Super RTL, Märchenverfilmungen an Weihnachten, Dinner for One an Silvester, usw.

9. Highlights setzen

Wer den Blog-Alltag gut bewältigt, der kann beginnen, seine Leser mit Highlights zu verwöhnen. Besonders beliebt unter Bloggern sind Gewinnspiele und Verlosungen, da sie sich hervorragend eigenen, um neue Leser zu generieren. Auch hier ist Kreativität gefragt und viel Spielraum für neue Ideen. ABER: so klein und niedlich das selbst veranstaltete Gewinnspiel auch sein mag, nicht alles was gefällt ist auch erlaubt. Vor dem ersten Gewinnspiel steht daher zwingend die Lektüre der aktuellen vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Surftipp:
Gewinnspiele im Internet (Einschätzung eines Rechtsanwalts)

10. Maß halten

Hat man die Zutaten für seinen Blog gefunden, dann gilt es stets die Dosierung im Auge zu behalten und immer wieder aufs Neue kritisch zu hinterfragen. Dies gilt insbesondere für die Werbung. Gegen ein bisschen Werbung auf einem Blog haben die wenigsten Leser etwas einzuwenden. Die Betonung liegt hier jedoch auf EIN BISSCHEN. Wer meint, er müsse seine Leser zur Litfaßsäule umfunktionieren, der darf sich nicht wundern, wenn eines Tages sein Besucherzähler stehenbleibt. Dieser ist dann übrigens nicht kaputt! 😉

Fazit

Bloggen sollte in erster Linie Spaß machen und ein Blog den Charakter des Bloggers widerspiegeln. Wer für etwas brennt, der sollte auch über dieses Thema schreiben, ganz gleich, ob es nun Nische oder Mainstream ist. Die von mir aufgelisteten Punkte sind keine Regeln, sondern lediglich Denkanstöße. Gerade in der Welt des Bloggens gilt: viele Wege führen ans Ziel und nicht die Zahl der Seitenaufrufe entscheidet darüber, ob der Blogger am Ende des Tages mit sich und seiner Seite zufrieden ist. Daher der vielleicht wichtigste Tipp zum Schluss: Lasst euch nicht verbiegen und macht EUER Ding. Es wird immer Menschen geben, die genau dies zu schätzen wissen!