Ebook Interview

Autorin Dana Graham im Interview: „Ein Buch selbst zu verlegen, verlangt viel Disziplin, Eigenmotivation und Fleiß“

Dana Graham AutorinEbook-Autorin Dana Graham nutzte ihre Elternzeit zum Schreiben und veröffentlichte 2012 bei Amazon ihren Debütroman „Mit Schwert und Feder“. Im Dezember 2012 folgte mit „Das rote Band“ bereits der zweite Teil der Greystone Saga.

Im Interview erzählt sie, wieso Selbstverleger viel mehr können müssen als Schreiben und warum Erfolg ein sehr dehnbarer Begriff ist.

Steckbrief

Name: Dana Graham
Erste Schreiberfahrungen: Roman während Elternzeit
Erstes Ebook: Mit Schwert und Feder
Veröffentlichungen: Bücher & Videos von Dana Graham
Eigene Homepage: www.danagraham.de

Interview

ebooks-autoren.de: Hallo Dana, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten. In diesem Monat erscheint dein neuer Roman „Das rote Band“. Schon aufgeregt?

Dana Graham: Ja, auf jeden Fall! In dem Roman steckt die Arbeit von über einem Jahr, da bin ich doch schon dezent nervös und sehr gespannt auf die Reaktion der Leserinnen und Leser.

ebooks-autoren.de: Dein Debütroman „Mit Schwert und Feder“ erschien als Kindle Edition und Taschenbuch. Kann man sich „Das rote Band“ auch als haptisches Erlebnis unter den Weihnachtsbaum legen oder hilft hier nur der Amazon Geschenkgutschein?

Dana Graham: „Das rote Band“ wird natürlich auch als Taschenbuchausgabe erscheinen – allerdings hilft der Amazongutschein trotzdem, da es ja in dem zu Amazon gehörenden Create Space Verlag erscheint.

ebooks-autoren.de: „Das rote Band“ ist Teil 2 der Greystone Saga und somit idealer Lesestoff für Fans von „Mit Schwert und Feder“. Doch nicht jeder Leser ist bei Facebook oder Twitter bzw. Gast auf deiner Homepage. Wie schaffst du es dennoch, die treuen Fans der Saga von der Veröffentlichung in Kenntnis zu setzen?

Dana Graham: Ein Weg ist die Vorankündigung auf der Autorenseite der jeweiligen Verkaufsplattform, ein anderer der direkte Hinweis am Ende des Buches. Und selbstverständlich mache ich auch die Besucher meiner Lesungen auf kommende Neuerscheinungen aufmerksam.

ebooks-autoren.de: Nicht nur Fans werden dieses Interview lesen, daher mal im Schnelldurchgang, für alle, die dich nicht kennen: worum geht es in der als Trilogie angelegten Greystone Saga?

Dana Graham: Die Greystone Saga erzählt eine klassische Liebesgeschichte vor historischer Kulisse, in deren Mittelpunkt die Beziehung zwischen Ian of Darkwood und Lady Joanna steht. Handlungsort ist die Akademie von Greystone, eine Ausbildungsstätte für junge Adlige. Während im ersten Teil der Saga Joanna und Ian erst nach etlichen Irrungen und Wirrungen zueinander finden, muss sich ihre Liebe in „Das rote Band“ vor dem Hintergrund dramatischer Ereignisse bewähren. Im letzten Teil der Trilogie werden Ian und Joanna dann um den Fortbestand der Akademie kämpfen müssen – und um ihr eigenes Leben.

ebooks-autoren.de: Eine Geschichte schlüssig und interessant fortzusetzen ist manchmal schwieriger, als sie zu erfinden. Wie gehst du mit der gestiegenen Erwartungshaltung um?

Dana Graham: Ich versuche, mir nicht zu viel Druck zu machen. Wenn ich etwas im vergangenen halben Jahr gelernt habe, dann, dass man es sowieso nie allen recht machen kann. Was die Leser an meinem ersten Roman schätzten war die romantische Handlung kombiniert mit Humor und Spannung. Das ist mir – meines Erachtens – in der Fortsetzung auch gelungen, sodass ich der Veröffentlichung relativ entspannt entgegensehe.

ebooks-autoren.de: Wann wäre für dich persönlich „Das rote Band“ ein Erfolg: a) ich habe das Buch fertig, schon das ist ein Erfolg, b) wenn es sich ähnlich gut verkauft wie „Mit Schwert und Feder“, c) wenn es mir viele neue Leser bringt und mich den nächsten Schritt gehen lässt?

Dana Graham: a), b) und c)! Das muss ich jetzt erklären, glaube ich :) – a) Ein Buch selbst zu verlegen, verlangt viel Disziplin, Eigenmotivation und Fleiß. Schließlich habe ich keinen Chef, der mein Arbeitspensum kontrolliert. Ich setze mir meine Veröffentlichungstermine selbst, und wenn „Das rote Band“ erschienen ist, liegen viele Monate harte Arbeit hinter mir, und ich kann zufrieden mit mir sein. b) Sollte „Das rote Band“ genauso viele Leser finden wie „Mit Schwert und Feder“ wäre ich sehr glücklich, dann das hieße ja, dass ich mir mit meinem ersten Roman schon eine Fangemeinde aufgebaut habe, die meinen Schreibstil und meine Art zu Erzählen mag. c) Gegen eine wachsende Zahl an Lesern hat vermutlich kein Autor etwas, oder? Und der nächste Schritt … Der wäre das Schreiben vom Hobby zum Vollzeitberuf zu erklären – eine interessante Vorstellung! Wir werden sehen …

ebooks-autoren.de: Mit den Vergleichen ist das immer so eine Sache, aber welche Autorinnen oder Autoren kommen dir vom Stil und der Zielgruppe am nächsten?

Dana Graham: Oh weh, schwierig! Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich hoffe ja immer auf eine Zuschrift oder Rezension, die diese Frage beantwortet, aber die kam bisher noch nicht 😉

Ich schreibe historische Liebesromane, allerdings ohne explizite erotische Szenen, damit fallen viele Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls in diesem Genre schreiben, als Vergleich weg. Meine Zielgruppe ist überwiegend weiblich, im Alter zwischen 15 und 85 Jahren.

ebooks-autoren.de: Als Selbstverleger sollte man im Idealfall Schriftsteller, Grafiker, PR-Genie, Marketing-Experte und vieles mehr sein. Wie bringst du die Anforderungen unter einen Hut und wo liegen deine Prioritäten?

Dana Graham: Das ist wirklich ein Knackpunkt. Als Autorin sollte man natürlich den Schwerpunkt auf das Schreiben legen, aber es gibt Tage, da tippe ich kein einziges Wort am Manuskript, weil das „Drumherum“ so viel Raum einnimmt. Am Anfang hat mich das sehr genervt, inzwischen weiß ich, dass es als Selfpublisher einfach Phasen gibt, in denen das Schreiben in den Hintergrund rücken muss, weil (wie jetzt gerade) die „Außenarbeiten“ Priorität haben. Mittlerweile sehe ich diese „erzwungene Auszeit“ vom Schreiben als kreative Pause, in der sich neue Ideen in mir sammeln und reifen können.

ebooks-autoren.de: Im Hauptberuf arbeitest du als Lehrerin an Grund- und Förderschulen. Wie wirkt sich dies auf deiner Schreiberei aus und welches Feedback erhältst du von Schülern, Eltern und Kollegen?

Dana Graham: Im Moment bin ich noch in Elternzeit, und werde erst ab nächsten Sommer wieder arbeiten gehen. Wie ich das Schreiben, die Schule, Kinder, Partnerschaft, Hobbies und Haushalt unter einen Hut bekomme, bin ich auch schon sehr gespannt. Aber ich habe schon mit anderen Autorinnen gesprochen, die diese Dinge bereits erfolgreich meistern, von daher sehe ich das optimistisch. Es gibt ja auch Ferien und – realistisch gesehen – werde ich einfach länger für jedes Buch brauchen.

Meine Kollegen wissen von meinem „Autorendasein“ und sind begeisterte Fans der ersten Stunde. Von Eltern und Schülern habe ich noch kein Feedback bekommen, aber ich kann mir vorstellen, dass es vor allem die Schüler sehr spannend finden würden.

ebooks-autoren.de: Als Lehrerin hast du für viele eine Vorbildfunktion. Was sagst du Schülern, die den Standpunkt vertreten: eine Ausbildung brauch ich nicht, ich werd Musiker, Schauspieler, Modell oder Bestseller-Autor. Macht die Frau Graham doch auch.

Dana Graham: Ich würde die Schüler einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen: Musiker müssen ein Instrument spielen und Noten lesen können, Autoren sollten lesen und schreiben können – und das ziemlich gut. Und in jedem Job ist es hilfreich, rechnen zu können, um seine Kontoauszüge und Verträge zu überprüfen. Des Weiteren ist in diesen Berufen der Erfolg nicht garantiert, auch wenn man noch so talentiert ist und sich anstrengt. Ein „ordentlicher“ Beruf ermöglicht es einem, seine Interessen als Hobby ausüben zu können und gelassen auf den „Durchbruch“ zu warten. Und wenn der Erfolg kommt … dann kann man sich immer noch entscheiden, wie man sein Leben weiter gestalten möchte.

ebooks-autoren.de: In TV-Talkshows hat man heutzutage immer öfter das Gefühl, dass Kinder den Erwachsenen bei Karriere und Selbstverwirklichung im Weg stehen. Nun bist du erst durch deine Elternzeit zum Schreiben gekommen. Würde es dich reizen, an einer solchen Gesprächsrunde teilzunehmen, und was wäre dein Diskussionsbeitrag?

Dana Graham: „Kinder behindern die Karriere und Selbstverwirklichung ihrer Eltern“ – ein wundervolles Thema für eine emotional aufgeheizte Talkshow, am besten noch kombiniert mit den Schlagwörtern „Betreuungsgeld“, „Rabenmutter“, und „Kitaplätze für den U3-Bereich“. Teilnehmen möchte ich an so einer Sendung, in der es bestimmt laut hergehen wird, sicher nicht. Solche Talkshows sind mit generell zu wider, da jeder unnachgiebig auf seine Meinung pocht, ohne zu verstehen, dass jede Familie ihren individuellen Weg finden muss. Was für den einen gut ist, passt für den anderen noch lange nicht.

Für mich war meine Elternzeit die Chance, mit dem Schreiben anzufangen. Wie viel Raum die Schriftstellerei nach Ablauf dieser Zeit einnehmen kann und wird, werde ich gemeinsam mit meiner Familie abstimmen – so wie alle anderen Entscheidungen auch.

ebooks-autoren.de: Letzte Frage: wo siehst du dich als Autorin in fünf Jahren und welchen Rat möchtest du anderen Schreibenden mit auf den Weg geben?

Dana Graham: In fünf Jahren habe ich hoffentlich viel beim Schreiben dazu gelernt und noch einige Bücher mehr veröffentlicht (Ideen habe ich mehr als genug). Als Tipp kann ich nur geben, auf Qualität zu achten. Ein lektorierter Text, ein ordentliches Layout und ein ansprechendes Cover sind unerlässlich. Das kostet Zeit und Geld, erhöht jedoch die Chance, von den Lesern als Autor ernst genommen zu werden.

ebooks-autoren.de: Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute.

(Fragen von Michael Modler)