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Autoren-Konklave: Weißer Rauch für alle Manuskripte

Weißer Rauch über ... | Aktion

Weißer Rauch über Deutschland. Nicht nur in Rom gibt es Erfolge zu verkünden.

Heute beginnt in Rom die Papstwahl 2013, auch bekannt als Konklave. Die Kardinäle der römisch-katholischen Kirche wählen einen Nachfolger von Papst Benedikt XVI., der am 28. Februar 2013 überraschend seinen Rücktritt/Amtsverzicht verkündete. Alle Augen richten sich auf den Vatikan, genauer gesagt auf ein Ofenrohr auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. Weißer Rauch verkündet den Erfolg, schwarzer Rauch steht für Uneinigkeit.
Bleibt also nur die Frage zu klären, was hat das alles jetzt mit Autoren und ihrer Arbeit zu tun? Einen Literaturpapst (Marcel Reich-Ranicki) haben wir ja schon.

Weißer Rauch als Zeichen für andere Schreibende

Der Weg von der Idee zum fertigen Buch ist steinig. Zunächst wird die Idee ausgebrütet, dann Monate oder gar Jahre geschrieben. Es folgt die mühsame Überarbeitung, an deren Ende das fertige Manuskript steht. Dieses geht via Post oder Email auf Reisen, wird Literaturagenturen und Verlagen zur Prüfung vorgelegt und landet im Idealfall eines Tages im Lektorat eines großen Publikumsverlages. Die Veröffentlichung ist zum Greifen nah und die Sektkorken knallen, wenn die ersten gedruckten Exemplare beim Autor eintreffen.

Doch nicht alle Manuskripte schaffen den Sprung zum gedruckten Buch. Die meisten Texte, die bei Literaturagenturen und Verlagen auf dem Schreibtisch landen, kommen alsbald mit einer nichtssagenden Standardabsage zum Verfasser zurück. Einige dieser Texte erscheinen später im Selbstverlag, andere verschwinden für immer in der Schublade.

Mehrfach abgelehnte Manuskripte gelten als „verbrannt“ und geraten schnell in Vergessenheit. Der Autor spricht privat von verlorener Zeit, dem Leser und anderen Schreibenden bleibt der schmerzliche Fehltritt meist verborgen. Als Erfolg gilt immer öfter nur noch die Veröffentlichung, nicht jedoch die Fertigstellung des Manuskripts. Ich persönlich finde das bedauernswert.

Auch unveröffentlichte Manuskripte bringen den Autor weiter

Jedes fertige Manuskript sollte vom Autor gefeiert werden. Ob persönliche Memoiren mit Hang zur Peinlichkeit, liebevoll illustriertes Kinderbuch oder spannender Thriller mit Bestseller-Touch, der größte Erfolg des Schreibens ist nicht die Veröffentlichung, sondern die Fertigstellung eines Manuskriptes.

Das längste Konklave der Kirchengeschichte währte 1005 Tage, das sind zwei Jahre, neun Monate und zwei Tage. Die Fertigstellung mancher Manuskripte (insbesondere Erstlinge) verläuft ähnlich kompliziert. Weißen Rauch verdienen alle: die neu gewählten Päpste und die vollendeten Manuskripte.

Daher mein Aufruf an alle Autoren: lasst uns wieder mehr das Schreiben feiern. Jedes fertige Manuskript verdient weißen Rauch!

Aktion: Weißer Rauch

Anleitung:

  1. Schreiben, Schreiben, Schreiben
  2. Manuskript beenden
  3. Nach der Fertigstellung des Manuskripts ein Foto mit weißem Rauch auf der eigenen Homepage, im Blog, bei Facebook etc. posten.
  4. Unter das Foto den Satz: Weißer Rauch über (Ort der Fertigstellung). (“Arbeitstitel”) hat mich (X Monate/Jahre) meines Lebens begleitet.
  5. Gratulationen von eingeweihten Schreibenden und seltsame Kommentare (wieso weißer Rauch?) von Nicht-Schreibern entgegen nehmen. :)
Weißer Rauch über ... | Aktion

Weißer Rauch über … („Arbeitstitel“) hat mich (X Monate/Jahre) meines Lebens begleitet.

Hinweis: Solltet ihr keinen Kamin/Ofen zur Hand haben (weißer Rauch entsteht bei der Verbrennung von Stroh) dürft ihr gerne und natürlich kostenlos das hier gepostete Foto verwenden.